
Beim Gedenken an die Opfer der anti-jüdischen Pogromnacht vom 9. November 1938 konnte sich ein Redner, Alfred Grosser, die Forderung nach der Anerkennung des Leids der Palästinenser nicht verkneifen: Man könne von keinem Palästinenser verlangen, “daß er die Schrecken der Attentate versteht, wenn man nicht ein großes Mitgefühl hat, die Leiden im Gazastreifen zu verstehen”.
Alfred Grosser ist nicht der einzige, der einen Zusammenhang zwischen dem im Holocaust eskalierten Antisemitismus im Deutschen Reich und dem aktuellen Konflikt in Israel und Palästina herzustellen versucht. Logischer oder richtiger wird dies dadurch jedoch nicht.
- Das Leid der Palästineser
Leid ist fast immer subjektiv, und immer relativ. Leiden die Palästinenser? Das kommt darauf an, im Vergleich zu wem, und es kommt ganz besonders auch darauf an, wo. Im Vergleich zu den meisten Kanadiern, Schweizern und Deutschen geht es den Palästinensern drchschnittlich sicher schlechter. Im Vergleich zu den Bewohnern Afghanistans, Äthiopiens und Zimbabwes geht es den meisten Palästinensern besser.
Darüber hinaus ist eine örtliche Unterscheidung angebracht: Palästinenser in arabischen Staaten leiden ziemlich. Im Libanon und in Syrien werden sie in Lager gepfercht, dürfen diese nicht zu vollwertigen Städten ausbauen und sind von etlichen Berufen ausgeschlossen. In Jordanien ist es ein bißchen besser, aber die staatsbürgerlichen Rechte werden ihnen nur teilweise zugestanden. Es ist die Politik der Arabischen Liga, den Palästinensern die Staatsangehörigkeit der jeweiligen Aufenthaltsstaaten zu versagen.
Palästinser in Palästina leben im Westjordanland unter weitgehender innenpolitscher Autonomie und genießen derzeit ein jährliches Wirtschaftswachstum von 8 %. Im Gaza-Streifen haben die Palästinenser 2006 die radikale Hamas an die Macht gewählt und leiden jetzt tatsächlich darunter. Hamas installiert ein islamistisches System, verhaftet und foltert politische Gegner, schließt Kinos und Internetcafés, verordnet einen Kopftuchzwang, und feuert wöchentlich aus Wohngebieten Raketen auf Israel ab und provoziert damit selbstverständlich Gegenreaktionen.
Und dann gibt es noch die Palästinenser in Israel. Sie machen ca. 20 % der israelischen Bevölkerung aus. Sie haben die israelische Staatsbürgerschaft, sie wählen, sie stellen Abgeordnete im Parlament, Richter, Beamte, Diplomaten und Offiziere. Arabisch ist einer der offiziellen Sprachen des Staates Israel, und die arabischen Bürger genießen rechtliche Gleichberechtigung. Von der Wehrpflicht sind sie ausgenommen, allerdings dürfen sie freiwillig in der Armee dienen.
Festzuhalten ist also, daß es Palästinensern beim angeblichen Erzfeind Israel mit Abstand am besten ergeht.
- Der Zusammenhang zur Pogromnacht
Was ist nun der Zusammenhang der aktuellen Lage der Palästinenser zur Pogromnacht?
Genau: Gar keiner. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen brennenden Synagogen in München, Berlin und Wien 1938 einerseits und dem Wahlergebnis im Gaza-Streifen 2006 andererseits. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der systematischen Ausgrenzung der Juden im NS-Staat und der Palästinenserpolitik des jordanischen Königshauses oder der syrischen Diktatur.
Genausogut hätte Herr Grosser also auf das Leid der Tamilen, der Tibeter oder der Kurden hinweisen können; alles Gruppen, denen es schlechter geht als sie es verdienen. Hat er aber nicht. Wieso nicht? Weil der Hang zum Reflex einfach zu stark ist.
Und wieso kommt der Hinweis auf das Leid der Palästinenser am 9. November, dem Gedenktag für die ausgegrenzten, verfolgten und schließlich ermordeten Juden? Warum nicht am 3. Oktober, dem Nationalfeiertag, oder am Volkstrauertag, oder zu Ostern? Weil dann die mediale Aufmerksamkeit nicht garantiert ist.
- Vielleicht doch ein geschichtlicher Zusammenhang?
Wenn auch kein aktueller Zusammenhang erkennbar ist, so läßt sich doch ein (überraschender) geschichtlicher Zusammenhang herstellen. Man muß nur Fragen, wie die Vorfahren der Beteiligten des jetzigen Israel-Palästina-Konflikts die Zeit von 1933 bis 1945 verbrachten:
Das Schicksal der Juden als der späteren Gründer des Staates Israel ist bekannt und endete für einen Großteil von ihnen tödlich und für die Überlebenden mit der Flucht aus Europa.

Was die Palästinenser so trieben, während die Nazis ganz Europa judenfrei machen wollten, ist weit weniger bekannt: Der Großmufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini bot den Nazis bereits 1933 – wenige Wochen nachdem Hitler an die Macht gekommen war – die Unterstützung der Palästinenser an. Das NS-Regime war zunächst nicht sonderlich interessiert, aber der Großmufti gab nicht auf und insistierte regelmäßig auf eine palästinensisch-arische Zusammearbeit gegen die Juden. Ab 1941 residierte er auf Einladung Hitlers in Berlin, von wo aus er die Nazi-Propaganda in der arabischen Welt unterstützte, unter anderem mit folgendem Aufruf: „Ich erkläre einen heiligen Krieg, meine Brüder im Islam! Tötet die Juden! Tötet sie alle!“ Der Palästinenserführer drängte gegenüber Hitler, Ribbentrop, Himmler und Eichmann auf die vollständige Ausrottung der Juden. Unter anderem setzte er sich 1943 persönlich gegen die Freilassung jüdischer Kinder im Austausch gegen deutsche Kriegsgefangene ein.
Auch nach der deutschen Niederlage endete diese unheilvolle Allianz nicht: Neben Südamerika waren die arabischen Staaten, insbesondere Ägypten und Syrien, beliebte Zufluchtsorte von ehemaligen Nazigrößen. Ruhestand gab es allerdings nocht nicht, denn ihre tatkräftige Hilfe konnten sie weiterhin entsprechend ihrer Ideologie einsetzen, indem sie den arabischen Staaten bei der Kriegsführung gegen Israel halfen. Es muß den Nazis wohl doch geschmerzt haben, daß einige Juden überlebt hatten.
Der spätere Palästinenerführer Jassir Arafat nannte al-Husseini “unseren Helden”.
Wenn schon eine Verbindung zwischen der NS-Zeit und dem jetzigen Nahen Osten hergestellt wird, dann bitte mit diesen Tatsachen. Vielleicht dürfen wir das zum 9. November 2011 hören? Auf die Reaktionen hierauf wäre ich gespannt.
Borat, by and with Sacha Baron Cohen, pretended to show a Kazakh journalist dispatched to the USA to find out what Kazakhstan might learn from the West. Kazakhs are portrayed as backwards, simple-minded, ant-Semitic and perverse. The few shots of purported Kazakhstan show a slum-like village with an inbred population. The film ends with a spoof of Kazakhstan’s national anthem that takes pride (among other things) in Kazakhstan’s prostitutes.




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