Frauenquoten – warum nur in Vorständen und Parlamenten?

Die deutsche Bundesarbeitsministerin will Unternehmen zwingen, ihre Vorstände und Aufsichtsräte mindestens zu 30 % mit Frauen zu besetzen.

Dies führt zu offensichtlichen Fragen, die schon vielfach diskutiert wurden: Was wenn sich nicht genug Frauen bewerben? Was wenn diese Bewerberinnen nicht qualifiziert sind? Was wenn nicht genug Frauen in einem bestimmten Sektor oder einer bestimmten Firma arbeiten wollen? Reicht es nicht aus, Frauen und Männern gleiche Bildungschancen zu geben? Geht es den Gesetzgeber etwas an, wen ich in meinem eigenen Betrieb einstelle? Führen Quoten eventuell sogar dazu, daß Frauen die Motivation verlieren?

Aber mir stellt sich immer eine ganz andere Frage wenn ich die Forderung nach Quoten in Vorständen und Parlamenten höre: Wenn man Gleichbehandlung durch Quoten durchsetzen möchte, warum dann nicht in ALLEN Berufen? Warum keine Quoten für Frauen in Schlachthöfen, bei der Müllabfuhr und der Infanterie? Warum nicht in Bergwerken und auf Fischkuttern?

Solange ich diese Forderungen nicht mit dem gleichen Nachdruck vorgetragen vernehme, weiß ich daß es den Feministinnen nicht um Gleichberechtigung geht. Es geht ihnen um eine Überholspur für ihre eigene Karriere.

(For the English version of this article: https://andreasmoser.wordpress.com/2010/10/03/quotas-for-women-why-only-in-boardrooms/)

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About Andreas Moser

Travelling the world and writing about it. I have degrees in law and philosophy, but I'd much rather be a journalist, a spy or a hobo.
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12 Responses to Frauenquoten – warum nur in Vorständen und Parlamenten?

  1. Karl says:

    Es gibt durchaus neue Worte für den Begriff “Frauenquote”, nämlich “Gender Balance Quote” von der Unternehmensberaterin Avivah Wittenberg Cox (20-first.com). Und es geht hier um den Ausgleich einer Schieflage, wie er in anderen gesellschaftlichen Bereichen absolut üblich ist: strukturschwache Regionen bekommen Millionenförderungen für Betriebsansiedlungen, benachteiligte Menschen bekommen geförderte Arbeitsplätze, älterer Arbeitslose bekommen Lohnzuschüsse vom Arbeitsamt … Wer in einer solidarischen Gesellschaft leben will, muss auch Frauenquoten richtig finden – und vor allem: sie macht die Wirtschaft erfolgreicher (siehe dazu wieder A. Wittenberg-Cox´ Buch: “Why women mean business”)!

    Karl

  2. Maximilian says:

    Wenn Frauenquote überhaupt, dann einzig denklogisch natürlich überall, bin also gespannt auf die künftigen 30% Müllabführerinnen, Strassenbauerinnenn, Dachdeckerinnen und Maurerinnen.

  3. Karl Eduard says:

    @karl

    Das ist Humbug. Unternehmen bekommen finanzielle Anreize, um finanzielle Risiken einzugehen, die sie ohne Anreize nicht eingehen würden. Es ist eine Art vorweggenommener Ausgleich für erwarteten Mißerfolg.

  4. Business Jabroni says:

    Es ist erstaunlich, dass man immer noch mit dem Märchen daherkommt, Männer würden Führungskräfte nach Geschlecht auswählen. Selbst, wenn es so wäre. Ein derartiges Menschenbild ändert man nicht durch Vorschriften (Quoten).
    Im Gegenteil: Dadurch verstärkt man die Vorurteile bei denjenigen, die welche haben. Männer, die tatsächlich so denken, werden mit der Quote bestätigt – “Frauen sind so unfähig, dass sie nur mit der Quote Karriere machen können”.

    In meinem Blog ziehe ich das etwas durch den Kakao. Der ist aber auch ein Link zu einem interessanten Vortrag von Facebook-COO Sheryl Sandberg (Achtung: Frau;) ).

    Witz am Rande: Die Amis nennen solche Maßnahmen “positive Diskriminierung”.

  5. Die Frauenquote verdeckt im Endeffekt nur, dass viele Frauen andere Prioritäten wählen als Karriere. Das ist angesichts von 60-70 Stundenwochen in solchen Jobs vielleicht auch durchaus eine schlaue Wahl.

  6. ffreiberger says:

    Eine Quote hat nichts mit Gleichberechtigung zu tun.
    Die Gesellschaftumgestalter verstehen unter Gerechtigkeit immer nur Gleichheit. Sie wollen also ein bestimmtes Ergebnis.
    Aus meiner Sicht hat das nichts mit Gerechtigkeit zu tun. Es muss vielmehr darum gehen, das jeder die gleichen Chancen bekommt. Was der Einzelne dann daraus macht liegt in seiner/ ihrer eigenen Verantwortung.

    Wenn Sie erlauben, verlinke ich noch zu meinem Artikel: http://ffreiberger.wordpress.com/2011/02/01/agg-vs-frauenquote/

    Herzliche Grüße, ffreiberger

  7. oligo says:

    Ein Zitat aus Wikip. “Bis 1933 wurden nur 24 Frauen, vornehmlich in der Medizin, Professorinnen, obwohl mehr als 10.000 Frauen promoviert wurden.”

    Dieses Verhältnis zeigt, dass der berufliche Aufstieg durchaus von den sozialen Bedingungen abhängt.
    Ich denke, dass ein Faktor derart ist, dass Frauen tatsächlich manchmal alleine aufgrund ihres Geschlechts bewusst oder unbewusst benachteiligt werden.
    Ein anderer Faktor ist vielleicht auch, dass Frauen nicht die Bedingungen (z.B. 60-70 Stunden/Woche) akzeptieren möchten, die ein Job mit sich bringt.
    Doch auch Letzteres sind lediglich Bedingungen, die von Männern gestaltet wurden.
    Ich denke nicht, dass sich Frauen diesem Diktat unterwerfen müssen.

    Wenn ich Business Jabroni zitieren darf:
    “Es ist erstaunlich, dass man immer noch mit dem Märchen daherkommt, Männer würden Führungskräfte nach Geschlecht auswählen. Selbst, wenn es so wäre. Ein derartiges Menschenbild ändert man nicht durch Vorschriften (Quoten).”
    Sicher das stimmt.
    “Im Gegenteil: Dadurch verstärkt man die Vorurteile bei denjenigen, die welche haben. Männer, die tatsächlich so denken, werden mit der Quote bestätigt – “Frauen sind so unfähig, dass sie nur mit der Quote Karriere machen können”.”
    Allerdings werden die Männer, die so denken und die was zu sagen haben, durch die Quote automatisch immer weniger. Und damit auch immer unwichtiger.

  8. Business Jabroni says:

    “Allerdings werden die Männer, die so denken und die was zu sagen haben, durch die Quote automatisch immer weniger. Und damit auch immer unwichtiger.”

    Ich weiß nicht, ob und wie viele solche Männer es gibt. Ich denke, es sind nicht viele (ich kenne keine). Und ich hoffe, es werden weniger.
    Ob die Quote dafür sorgen kann, da bin ich mir unsicher. Die Quote ist vielleicht gut gemeint – aber wirksam?

  9. “Es geht ihnen um eine Überholspur für ihre eigene Karriere.”

    Genau! Und das ist auch gut so!

  10. sebamax says:

    @ tapfer im Müll

    NEIN. Ist es nicht. Solange es keine Quoten auch in den Frauenjobs gibt, in Bergwerken usw ist das Fascho-Denken.

    Naja wenigstens verstecken sie sich nicht hinter irgendwelchen Sprüchen wie die Femanzen, sondern treten mit offenem Visier an anstatt das mit blumigen Worten zu verschleiern.

    So jemanden kann ich wenigstens noch ein bisschen respektieren.

    Ich bin im Prinzip dafür, am besten sofort.

    Da es so aussieht, als würde die Weltwirtschaft ganz schön abkacken, kann man hinterher sagen das die Quoten-Frauen schuld sind (was nicht ganz unberechtigt ist, natürlich die Männer genauso) und dann wird soetwas nie wieder passieren.

    Nach dem (möglichen) Zusammenbruch wird es eine sehr sehr patriarische Gesellschaft geben, gerade in Europa.

    In dem Film V wie Vendetta wird das recht realitätsnah (eine mögliche! Realität) dargestellt, wie ich finde.

    Christliche und muslimische Hardcore-Fundis werden dann die Lösung von allen Problemen darbieten. Die werden sich da schon einig werden. Oder auch nicht dann gibts halt Bürgerkrieg.

    Mitlerweile ist das alles nicht mehr so abwegig und ich hoffe, dass das so nicht eintritt.

    Wenn aber doch, sind die “Emanzen” schuld. Auch wenn es nicht so ist oder nicht ganz so.

  11. Otto says:

    Frauen raus aus der Politik.

  12. Stefan says:

    Naja,
    da wir je eine WEIBLICHE Kanzlerin haben und soviele Frauen wie noch nie in der Politik und Wirtschaft muss man da auch mal Zwischenbilanz ziehen!
    Seitdem die Frauen mehr Mitsprache haben und sogar regieren und die Armee Befehligen, ist:
    -Die Überschuldung explodiert,
    -das Gesundheitswesen abbgebaut worden
    -wir sind in so vielen Gebieten mit unserer Armee wie seit dem 2ten Weltkrieg nicht mehr.
    -Es gibt einen Geschlechterkrieg anstatt ein Geschlechter einvernehmen und
    -eine Politikverdrossenheit wie noch nie!
    -usw………………….
    Soviel zu unseren fähigen Powerfrauen! :-D
    Unterm Strich haben sie versagt und das ist erst die Zwischenbilanz!!!!
    Wie viele Beweise braucht man denn noch um ein zu gestehen das Frauen die schlechteren Menschen sind und unfähiger als sie Männer?

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